Maria (15.05.1970-13.07.2006)


Zur Erinnerung an meine beste Freundin Maria, die immer für mich da war, wenn ich jemanden gebraucht habe.


Marias Gurkensalat

- ein genial einfaches und sehr leckeres Rezept -

1 Salatgurke
250g Saure Sahne oder Schmand
2 Packungen Salat-Fix "Dillkräuter"
Knoblauch

Gurke in eine Schüssel hobeln. Saure Sahne und Salat-Fix hinzugeben und
alles umrühren. Gepressten Knobi nach Geschmack hinzufügen.

Schmeckt einen Tag später fast noch besser.


Kennengelernt habe ich Maria 1992 oder 93 dadurch, dass sie mit einem Freund meines damaligen Freundes zusammenkam. Unsere beiden Jungs waren Motorradfahrer und wir haben einige Touren gemeinsam gemacht. Schon im 1993 waren wir über Fronleichnahm zu viert in Ungarn, am Plattensee.

Wir waren 1994 noch ein zweites mal in Ungarn, diesmal brachte sie von dort ihren ersten Perser-Kater mit. Mann, war das niedlich, als sie uns das Tier am Plattensee auf einer Wiese das erste Mal zeigte. Sie setzte ihn auf den Boden, und die Katze hatte bis dahin noch nie auf Gras gestanden und machte ganz komische große Sprünge. ;-)

1995 waren wir wieder zu viert ein paar Tage gemeinsam in Florida.

Als ich aus Neuseeland zurückkam und alleine war, war sie jederzeit für mich da. Wenn mir abends die Decke auf den Kopf fiel, habe ich zum Telefon gegriffen und bei ihr angerufen: "Maria, mir ist so langweilig." "Ei, dann komm doch vorbei." war stets ihre Antwort gewesen. Ich kann mich bis heute sehr gut an diesen Satz und ihren Tonfall erinnern.

Irgendwann verliebte sich Maria in ihren "Chef" Wolfgang. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sie mich fragte, was sie denn machen soll, sie wäre abends mit ihm in der Disko verabredet, wie könnte sie ihm unauffällig klar machen, was sie wollte. Ich riet ihr einfach, eng zu tanzen und den Kopf in den Nacken zu legen, die Augen halb zu schließen, den Mund leicht zu öffnen und ihn anzulächeln. Es hat funktioniert. :-)

Von da an fuhr ich dann also Abends nicht mehr nach Hahn, sondern nach Jugenheim.Wir haben gequatscht und anschließend gemeinsam Essen gekocht, bis Wolfgang gegen 20:30 Uhr immer heim kam. Nach dem Essen habe ich die Beiden dann in Ruhe gelassen. Teilweise kam das drei- bis fünfmal die Woche vor.

Ich weiß nicht mehr genau, wann Wolfgang und Maria an den See gezogen sind. Für Maria ging ein Wunschtraum in Erfüllung, sie hat schon immer für Meer und Wasser geschwärmt (weil sie in ihrer Jugend in Ungarn so wenig davon hatte). Nun hatte sie endlich ihr "Haus am See", wenn es auch nur ein Baggersee in Rheinhessen war.

Bei Wolfgangs und Marias Hochzeit waren Peter und ich zusammen mit Sevim und Thorsten dabei. Ich habe ihre Hochzeitsfotos gemacht.

Ab Ende 1999 hatte ich Peter und brauchte Maria nicht mehr so sehr wie früher. Daher waren wir zwar immer noch regelmäßig, aber doch deutlich seltener da. Aber in dem Winter gab sie mir einen Steckling einer Engelstrompete, die der Grundstock meiner Engelstrompeten-Leidenschaft wurde. Diese Pflanze habe ich bis heute, obwohl ich schon einige Engelstrompeten zwischenzeitlich wieder entsorgt habe.

Wir waren natürlich vor allem im Sommer bei gutem Wetter draußen am See, es ist schon sehr praktisch, einen Privatstrand mit eigenem Kühlschrank und Grill zu haben. :-) Gerne waren wir abends noch im Segelclub, Schnitzel essen, oder ich habe mir mit Maria Sauereien wie Erdbeerwein geteilt. Im Winter kamen Wolfgang und Maria eher uns in Frankfurt besuchen, und wir gingen hier essen oder bummelten über den Weihnachtsmarkt.

Im April 2004 waren wir gerade auf dem Weg zu Wolfgang und Maria, als Peter und Katrin den schlimmen Motorradunfall hatten. Wir waren vielleicht noch 10min vom See entfernt, als der entgegenkommende Motorradfahrer in der Kurve einfach geradeaus weiterfuhr. Dank eines Helfers konnte ich Maria informieren und sie kamen natürlich sofort angefahren. Ich weiß noch genau, ich sah Wolfgang, ging zu ihm und fragte, wo Maria sei. Er zeigte zum Unfallgegner, der deutlich sichtbar auf der Straße lag und ich sah Marias Gestalt davor. Ich lief zu ihr, als sie mich sah, nahm sie mich in den Arm und zitterte am ganzen Körper. Ich musste sie erst einmal trösten.

Die Beiden nahmen mich dann mit zu sich nach Hause und fuhren mich dann eine halbe Stunde später nach Worms ins Krankenhaus. Maria lieh mir wie selbstverständlich ihr Auto, sie sagte, sie bräuchte es die nächste Woche nicht. Ich habe es dann behalten, bis die gegnerische Versichunge mir einen Mietwagen zur Verfügung stellte. Auch in den folgenden 14 Tage, in denen ich ständig zwischen den Krankenhäusern hin- und hergependelt bin, war sie, wie auch unsere Nachbarn, kompromisslos für mich da, machte mir Essen oder hörte mir zu, wenn ich es wollte.

Die Katastrophe begann Ende 2005. Ich hatte seit September kaum noch etwas von ihr gehört, weil sie in Ungarn ein Doppelhaus baute und sehr oft rüberfuhr. Am 7. Dezember rief Wolfgang bei uns an und erzählte, dass Maria einen Liebhaber hätte und ich ihr bitte mal den Kopf zurechtrücken solle. Ich rief sie sofort an und bat um Erklärung, die sie mir einen Tag später auch persönlich gab. Sie hätte einen Jugendfreund wiedergetroffen und sich in ihn verliebt. Sie wolle nächstes Jahr zurück nach Ungarn gehen, wenn die Häuser fertig sind.

Das letzte Mal habe ich sie am 28.06. gesehen, sie war bei uns, ich habe an der Homepage noch etwas geändert, die ich für sie gemacht hatte, und wir sind anschließend Essen gegangen. Glücklich war sie nicht zu dem Zeitpunkt, sie wirkte gehetzt und gestresst. Trotzdem hatten wir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Sorgen, sie zu Wolfgang zurückzulassen.

Erst Ende August nach meinem Urlaub erfuhr ich die schlimme Nachricht, denn außer Wolfgang gab es niemand in Deutschland, der mich und Maria kannte. Eine Nachbarin von ihr hatte geschafft, mich über meinen Arbeitsgeber ausfindig und machen und bat mich, Marias Homepages vom Netz zu nehmen, was ich natürlich sofort machte. Ohne diesen Anruf würde ich wohl heute noch nicht wissen, was los ist und mich wundern, warum Maria nicht auf Mails antwortet oder ans Telefon geht...

Zeitungsartikel zu ihrem Tod

Am 1. März 2007 ist der Gerichtstermin.


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